Klaus von Gaffron - Nachruf


Lieber Klaus,

zu kurz warst du einer der Streitfelder.

Jedoch lange genug, um eine Lücke zu hinterlassen, die schwer zu füllen sein wird.
Als Künstler, überzeugt davon, dass die Kultur verbindet, als Mensch mit kritischem Geist, hast du Wichtiges zum Wachsen und Gedeihen unseres genossenschaftlichen Projektes beigetragen. Wir werden dich schmerzlich vermissen.

Zu früh bist du gegangen.
Gerne hätten wir noch länger dein Einstehen für die Wichtigkeit der Künstler, deinen Widerstand gegen die Verflachung der Ideen und dein unbeirrbares Beharren auf Diskussion und Auseinandersetzung um uns gehabt. Wir danken dir für deine Inspiration.

Zu schön war die Zeit bei dir im Atelier, wenn du die Türen geöffnet hast und in den farbenfrohen Unschärfen an den Wänden deine Worte, dein Lachen und dein bewundernswerter, unbesiegbarer Humor, sich wiederspiegelten.
Wir werden dich nicht vergessen.

Reise gut.

klaus von gaffron 

Klaus bei einem Treffen der am Projekt in der Streitfeldstrasse interessierten Mitglieder der KunstWohnWerke eG

Klaus von Gaffron, Künstler
gestorben am 27. September 2017

Bald nach der Gründung der KunstWohnWerke eG wurde Klaus von Gaffron Mitglied der Genossenschaft. Im Oktober 2011 bezog er sein Atelier im Rückgebäude im Streitfeld.

Die Idee und Praxis der Genossenschaft wird zum immateriellen Weltkulturerbe.

Das hat das zuständige Unesco-Komitee in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba beschlossen.

Die Begründung:
Eine Genossenschaft ist eine freiwillige Vereinigung von Menschen mit gleichen Interessen, die individuelles Engagement und Selbstbewusstsein fördert und soziale, kulturelle und ökonomische Partizipation ermöglicht. Es ist eine allen offenstehende Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation, ein Modell der kooperativen Selbsthilfe und Selbstverantwortung. Mitglieder werden durch den Erwerb von Genossenschaftsanteilen zu Miteigentümern. Ihre, von der Zahl der erworbenen Anteile unabhängige Stimme sichert ihnen Mitbestimmung und die Möglichkeit der aktiven Mitgestaltung zu. Dies ist ein besonderer Ausdruck von Solidarität und gemeinsamer Verantwortung. Die hohe Anzahl von Genossenschaftsmitgliedern in Deutschland und die rechtliche Absicherung ihrer Grundsätze durch ein Genossenschaftsgesetz sind im internationalen Vergleich Besonderheiten.

Weltweit leisten Genossenschaften einen „Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung beispielsweise durch Armutsreduzierung über lokale Beschäftigung und soziale Integration“.
In Deutschland legten Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen Mitte des 19. Jahrhunderts wichtige Grundlagen für die heutige Genossenschaftspraxis.
 

Hans Sauer Preis 2016 für streitfeld

Das Projekt Streitfeld der KunstWohnWerke e.V. erhält den Hans Sauer Preis 2016.

Im Wettbewerb um den Hans Sauer Preis 2016 wurden Projekte ausgezeichnet, die soziale, räumliche und technische Innovationen im Sinne eines „Social Designs“ verbinden.

Der Begriff des „Social Design“ kennzeichnet dabei Ziele und Mittel gleichermaßen: Eine sozial motivierte und definierte Gestaltungsaufgabe und deren Lösung durch Einbezug möglichst zahlreicher Beteiligter: Projektträger, Planer, ausführende Gewerke, Investoren, Eigentümer, Bewohner und Anwohner.

In folgenden Bereichen mussten die Projekte gute bis herausragende sowie nachweisbare Eigenschaften und Leistungen vorweisen:

  • Bezahlbarkeit
  • Wohnwert
  • soziale Innovation
  • räumliche Innovation
  • technische Innovation

 

Verleihung des
HANS SAUER PREIS 2016: SOCIAL DESIGN. BEZAHLBAR. GUT. WOHNEN. 

im Rahmen der Ausstellung
KEINE ANGST VOR PARTIZIPATION! WOHNEN HEUTE

am
Mittwoch, 6. April 2016 um 18 Uhr 

im
Architekturmuseum der TU München
Pinakothek der Moderne
Barer Str. 40
80333 München 
 
 

Es sprechen:
Andres Lepik Direktor
Monika Sachtleben Kuratorium Hans Sauer Stiftung
Ralph Boch Vorstand Hans Sauer Stiftung

Gäste:
Sabine Wolf Kalkbreite Zürich / Genossenschaft Kalkbreite
Pascal Müller Kalkbreite Zürich / Müller Sigrist Architekten
Markus Zilker Wohnprojekt Wien / einszueins architektur
Stefan Holzfurtner Streitfeld München / Holzfurtner und Bahner Architekten 
Susanne Flynn Streitfeld München / KunstWohnWerke
Friedrich Passler magdas Hotel Wien / AllesWirdGut Architekten
Elias Zenzmeier magdas Hotel Wien / magdas Hotel

Moderation:
Hilde Strobl/Ralph Boch 

Informationen zur Hans Sauer Stiftung

Deutscher Bauherrenpreis 2015/2016

Die KunstWohnWerke e.G. sind in Berlin mit dem Deutschen Bauherrnpreis 2015/16 in der Kategorie "Modernisierung" ausgezeichnet worden. Die Jury würdigt insbesondere "die Realisierung des Projektes in Form einer Genossenschaft, die eine Vielfalt von Möglichkeiten für Austausch und Zusammenhalt in den konkreten Vorhaben und im Quartier befördert."

Am 10. November 2015 wurden die Preise des Wettbewerbs zum Deutschen Bauherrenpreis 2015 in der Kategorie Modernisierung verliehen. Unter dem Vorsitz von Jochen König, Architekt BDA, zeichnete die Jury zehn Projekte des wichtigsten nationalen Wohnungsbauwettbewerbs mit einem Preis aus, zehn weitere Projekte erhielten eine Besondere Anerkennung. Darüber hinaus wurde der Sonderpreis „Denkmalschutz im Wohnungsbau“ vergeben.

Zum Wettbewerb um den Deutschen Bauherrenpreis 2015/2016 Kategorie A: Modernisierung wurden 63 Projekte eingereicht.

Aus Anlass der Preisverleihung ist eine Dokumentation mit einer Darstellung der Preise und Anerkennungen sowie jener Projekte erschienen, die die zweite Stufe des Verfahrens erreicht haben. Alle Preise und Anerkennungen finden Sie hier.

Projektbeschreibung Streitfeldstrasse

Film über das Projekt Streitfeld

BHP Mod 2015 Mnchen Streitfeldstr

v.l.n.r.: Frank M. Mühlbauer, Vorstandsvorsitzender, WL BANK AG
Heiner Farwick, Präsident des Bundes Deutscher Architekten BDA
Dipl.-Ing. Architekt Stefan Holzfurtner, Holzfurtner und Bahner Architekten, München
Michael Lukas, Künstler und Bauherrenvertreter der KunstWohnWerke eG, München
Barbara Bosch, Stellvertreterin der Präsidentin des Deutschen Städtetages, Oberbürgermeisterin der Stadt Reutlingen
Axel Gedaschko, Präsident, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen
Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit